Mein Interview fand recht kurzfristig in Frankfurt statt. Auf die Kurzfristigkeit hätte ich mich nicht einlassen sollen, da darunter meine Vorbereitung gelitten hat. Aber nach 4 Monaten Warten und mehreren unbeantworteten E-Mail Anfragen zum Stand meiner Bewerbung war ich dann froh, überhaupt eine Vorstellungsmöglichkeit bekommen zu haben.
Nach einer gut 10minütigen Selbstpräsentation habe ich ein gut einstündiges Interview mit einem Partner und einer Assoc. Partnerin geführt. Ersterer war sehr angenehm, ruhig und von der Körpersprache sehr wohlwollend, letztere hat einen leicht gestresst/müden und zunehmend genervten Eindruck auf mich gemacht. Das war eine schlechte Basis für ein gutes Gespräch. Und in der Tat - ich habe nicht überzeugen können und war selbst nicht zufrieden, wie ich mich verkauft habe. Die Umgangsweise der Assoc. Partnerin war hier aber leider auch nicht hilfreich. Sie lässt sich kritisch über das Preissystem der DB aus, als LH-Standby anscheinend nicht wissend, wie abstrus das Preissystem ihrer eigenen Gesellschaft teilweise ist. Eine von mir aufgebrachte Idee zur Weiterentwicklung des LH-Netzwerks versucht sie nicht mal ansatzweise zu durchdringen und ihr etwas Positives abzugewinnen. Gefühl: "wir sind doch schon toll, Ihre Idee ist verkehrt, und solche Ratschläge brauchen unsere Experten nicht" (und das bei einer Beratung!?). Weitere Ideen habe ich dann auch nicht vorgebracht, die Fachsimpelei ist schwer zu gewinnen. Im Gespräch zum Thema "Netzmanagement" (!) bin ich als Reaktion auf die Golf-Airlines nicht auf ihr scheinbares CustomerService-Lieblingsthema "Markenstärkung/Rebranding" gekommen (dies wäre die letzten Monate wohl Dauerbrenner in den Medien gewesen...) - aus meiner Sicht aber am o.g. Thema vorbei, genauso wie auch "mehr Service" oder "günstigere Preise" als Antwort nicht gepasst hätten. Das hat auch mit "out of the box"- Denken nichts zu tun.
Wie auch immer - ich war nicht gut im Gespräch, hatte den ein oder anderen Lapsus und Lücken im "Projektmanagement" (insbesondere gewünscht: agil, SCRUM etc). PM-Kenntnisse werden höher bewertet als Strategiewissen/Konzepte.
Eine Verabschiedung oder direktes Feedback durch die Berater gab es final leider nicht, die sehr nette (!) Personalerin durfte mir die Absage überbringen. So wenig Wertschätzung habe ich bei keiner anderen Beratung je so erlebt.