Assessment Center war in Ratingen. Das ganze hat einen ganzen Tag gedauert von früh um 8 bis abends um 6. Es waren nur 4 Bewerber anwesend und 3 von HR/Fachabteilung.
Ich weiß nicht, warum man Leuten das antun muss, sie quer durch die Republik für ein solch schlechtes AC zu schicken. Die Aufgaben waren 5 Min Selbstpräsentation, 15 min Beratungsgespräch und 15 min Konfliktgespräch. Dazwischen waren lange Bearbeitungszeiten, sowie Pausen eingebaut. Jeder Consultant sollte in einem Bruchteil der Zeit die Aufgaben bearbeiten können...... Das AC war definitv zu lange.
Beim Gehalt gibt CC an 36.000€ fix zu zahlen. und das OHNE Verhandlungsspielraum.
Ich fand das nicht in Ordnung. Zumal ich im Gegensatz zu den 3 andren Bewerbern einen Master-Abschluss habe und Berufserfahrung in CCs Feld vorweisen konnte, was allerdings nicht ernst genommen wurde.
Die Taktik ist Beschwichtigen, Beschwichtigen, Erniedrigen, Klein machen.
Dies hat sich ebenfalls durch das AC durchgezogen wie ein roter Faden.
Die Selbstpräsentation - ok - die Fragen dazu noch etwas wertschätzend, aber auch eher auf der bösen Seite zuzuordnen. Danach immer eine Selbsteinschätzung.... was soll das? Das ist reine Verunsicherung. Meint ihr wirklich ich sage dann irgendwas mit 3/10 oder 1/10 selbst wenn es Scheisse war?
Beratungsgespräch - Serverumzug - völlig i.O. so als Case gewesen.
Allerdings hat der Case komische Zahlen als Grundlage, welche am Ende in einer Summe geendet haben, welche bestimmt nicht der Realität entsprechen. Auch würde ich ein solchen Projekt als Firma nicht einmal umsetzen (so klein war es). Klar ist nur ein Case. Aber doch irgendwie realitätsfern mit den Zahlen. Ob dann bestimmte Sachen in den Zahlen inkludiert war oder nicht, war ebenfalls nicht klar. Im vornherein kann man das auch nicht erfahren und nur Vermutungen anstellen, da niemand ansprechbar ist.
Konfliktgespräch - 15 min auf einen simulierten, wütendenden Kunden besänftigend einreden zu müssen ist HART. Vor allem, wenn man 5 Probleme parallel hat und 5 Minuten diese "fiktiven" Probleme zu lösen. Am Ende muss man den Kunden wie im Fall steht sogar noch auf eine "offene Rechnung" hinweisen. Das ist ein aussichtsloser Fall, da man nur verlieren kann. Finde das schon ein bisschen wirr, da jeder Kunde keine 15 minuten so agieren würde. Irgend wann war mir es auch zu blöde und ich habe gesagt "Tschüss Kunde, geben sie mir jetzt meine 5 Minuten und reden sie mich nicht länger voll -das bringt nämlich nur weniger - lassen sie mich das Problem jetzt lösen"
Ich weiß nicht, es schien, als ob alles nur darum ging den Kunden zu besänftigen und das Problem bzw. die Problemorientiertung war nicht gegeben. Probleme löst man aber nur, wenn man sich aber auch um das Problem selber kümmert und nicht mit dem Kunden quatscht, wenn es eh schon zu spät ist. So wie der Fall gelagert war, ebenfalls fern von (jeder) Realität.
Anonsten waren die Leute eigentlich an sich recht nett.
Aber arbeiten würde ich da nicht wollen.
Bin auch nicht mit dem Ziel reingegangen einen Job zu bekommen, sondern eher nach dem Motto "mal schaun", weil ich für 36k sowieso nicht anfangen wollte.
Die 36k werden übrigens begründet damit, dass man ja eine "AUSBILDUNG" bekommt. Sorry - aber die hatte ich wirklich schon genug nach 6 Jahren Studium. Das Gehalt danach war irgendwo bei 42k danach ein Jahr und war wirklich MICKRIG für Consulting.
Habe am Ende kein Angebot bekommen, weil die HRler meinten ich wäre wie das Konfliktgespräch gezeigt hat nicht Kundenorientiert.
Habe dazu meine eigene Meinung: Der Kunde ist zwar König. Aber wenn das Projekt dadurch gefährdet wird, bzw der Firma sogar ein Schaden entsteht ist der Kunde meiner Meinung nicht mehr König. Wenn er sich quer stellt und Zahlungen verweigert schon gar nicht mehr. Kunden haben auch die Aufgabe am Dienstleistungserstellungsprozess als Maßgebener Teil mitzuwirken. Ohne Kunde keine Dienstleistung. Also kann ich als Dienstleister auch sagen, dass ich mich um das Problem kümmere, wenn er sich ebenfalls darauf besinnt und nicht weiterhin wie eine wilde Tarantel daherkommt. Irgendwo hat nämlich alles seine Grenzen. Und wenn die Rechnungen sowieso nicht bezahlt werden - so what ?